Wolfgang Sommer: Aquarienfotografie (1994)

Nach den 1980ern sind die 1990er-Jahre mit ihrer Literatur zur Aquarienfotografie an der Reihe. Den Anfang macht dieses Werk, veröffentlicht von Wolfgang Sommer 1994 im Urania-Verlag. Um es gleich zu Beginn vorweg zu nehmen: Obwohl es sich zu einem großen Teil mit der damals aktuellen Kameratechnik auseinandersetzt, ist das Buch für den theoretisch interessierten Aquarienfotografen auch heute noch uneingeschränkt empfehlenswert. Also unbedingt zuschlagen wenn es einem antiquarisch in die Hände fällt. Auf 72 Seiten werden die Anforderungen an die Aquarientechnik, Fotobecken, Fotogeräte und fototechnische Grundlagen, Blitzen durch Glas und einiges mehr behandelt. Im Folgenden sollen ein paar der interessantesten Punkte herausgegriffen werden.
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Aquarienfotografie von vor knapp 30 Jahren: Teil 2

Nach dem ersten Teil befasst sich dieser Artikel mit der Aquarienfotografie im wörtlichen Sinn. Das Ablichten des gesamten Beckens, gelegentlich auch in der Raumsituation, ging lange Zeit in der “Fischfotografie” beinahe unter. Marcuse und Marcuse widmeten der Thematik aber ein paar Seiten und Bilder, sie schreiben dazu unter anderem:

“Die Kamera wird auf ein Stativ gesetzt. Bildausschnitt und Schärfe werden festgelegt. Im Raum sollte jetzt nur noch die Beckenbeleuchtung eingeschaltet sein. Mit dem eingebauten Belichtungsmesser oder mit einem Handbelichtungsmesser werden Belichtungszeit und Blende ermittelt und dann eingestellt. Da wir fast immer auf längere Belichtungszeiten kommen, sollte man Filter und Durchlüfter im Aquarium abschalten, da sonst Bewegungsunschärfen durch herumwirbelnde Luftblasen auftreten. Soll nur das Aquarium fotografiert werden, können wir mit den Aufnahmen nun beginnen.”

(Marcuse, 1983: Aquarienfotografie. Essen. S.35)

Diese Empfehlungen kann man heute unverändert übernehmen. Das Vorbeugen von Reflexionen durch das Abdunkeln des Raumes und die Verwendung eines Stativs aufgrund der meist langen Verschlusszeiten sind noch immer die wichtigsten Punkte, wenn sie sich auch nicht in jeder Situation umsetzen lassen. Continue Reading →

Aquarienfotografie von vor knapp 30 Jahren: Teil 1

Im Jahr 1983 veröffentlichten Frank und Gerhard Marcuse im Kernen Verlag eines der bis heute wenigen schriftlichen Werke zur Aquarienfotografie. Das 72 Seiten umfassende Buch mit dem passenden Titel “Aquarienfotografie” spart nicht mit Abbildungen und Fotos, sowohl Negativ- als auch Positivbeispiele namhafter Aquarienfotografen wie Arend van den Nieuwenhuizen und Kollegen sind darin zu finden.

'Aquarienfotografie' von Frank und Gerhard Marcuse

Einzelne Aufnahmen kann man auch nach heutigen Maßstäben nur als herausragend bezeichnen. Doch wie gut sind die Tipps und Tricks aus dieser Zeit? Welchen Einfluss hatten die technische Veränderung und nicht zuletzt die Digitalisierung auf die aquarienfotografische Praxis? Diesen und weiteren Fragestellungen möchte ich in den nächsten Artikeln auf den Grund gehen, den Anfang mache ich mit einem meiner persönlichen fotografischen Schwerpunkte, von dem ich überrascht war, ihn überhaupt im Buch zu finden:

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