Die Fotoküvette für Kleinstlebewesen

Aquarienfotografie im Haltungs- und Zuchtbecken ist zugleich der Regel- als auch der Idealfall, bei üblichen Aquarienbewohnern wie Fischen und Garnelen gibt es nur selten einen Grund davon abzuweichen. Anders sieht die Sache bei Fischlaich und -larven, aquatilen Insektenlarven und anderen sehr kleinen Motiven aus. Selbst in handelsüblichen Nanoaquarien sind Motive dieser Größe nur äußerst schwer zu fotografieren, Küvetten sind hier wesentlich besser geeignet. Was man unter einer Küvette versteht, weiß Wikipedia:

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Der lebendige Köcher – Köcherfliegenlarve (Trichoptera)

Einige Köcherfliegen wie Limnephilus flavicornis fertigen als Larve ihre Köcher bevorzugt aus leeren Schneckenschalen. Diese Aufnahmen zeigen, dass es einzelne Tiere dabei nicht immer so genau nehmen und bei Gelegenheit auch lebende Schnecken “verbauen”.

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Laich einer Zuckmücke?

Diese von einer Gallerthülle umgebenen Eipakete verirrten sich heute beim Tümpeln in einer Regentonne ins Netz. Wahrscheinlich handelt es sich um Laich von Zuckmücken (Chironomidae), zu denen auch die bekannten “Roten Mückenlarven” zählen. Insgesamt waren die einzelnen Laichballen gut 15mm lang.

Das große Gewusel 2 – Artemia spec. Alttiere

In nur wenigen Wochen wurden aus den Nauplien geschlechtsreife Alttiere. Männchen zeichnen sich durch ihr großes zangenförmiges Greiforgan aus, während Weibchen an Eiern und Brutbeutel erkannt werden können. Zur Paarung hakt sich das Männchen mit Hilfe des Greiforgans am Hinterleib des Weibchens ein und schwimmt über einen längeren Zeitraum, meist mehrere Tage, mit diesem vereint durch das Wasser. Bei einigen Arten kann die Fortpflanzung auch durch Jungfernzeugung erfolgen.

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Im Köcher – Köcherfliegenlarve (Trichoptera)

In Europa gibt es ungefähr 900 Köcherfliegenarten. Anders als es ihr Name vermuten lässt, zählen sie im zoologischen Sinn nicht zu den Fliegen, sondern stellen eine eigene Insektenordnung dar. Die Larven leben in den verschiedensten Gewässern, wobei manche Arten für ganz bestimmte Gewässertypen charakteristisch sein können. Unten zu sehen ist eine raupenförmige (eruciforme) Larve, die Längsachse des Kopfes bildet im Unterschied zu campodeiden Larven mit der Körperachse einen rechten Winkel. Alle eruciformen Köcherfliegenlarven besitzen den namensgebenden Köcher, dessen Grundlage eine Röhre aus Seidengespinst darstellt und den sie nie freiwillig verlassen. Er schützt den weichen Hinterleib, bei Gefahr können sie sich auch vollständig in ihn zurückziehen. Raupenförmige Köcherfliegenlarven sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Algen, Detritus und frischen und faulen Teilen höherer Pflanzen.

(Vgl. Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1996. S.230 f.)

Wasserasseln – Asellus aquaticus

Als Vorgeschmack auf die kommende Tümpelsaison ein wenig Beifang aus der letzten. Die Wasserasseln (Asellus aquaticus) stammen von der selben Tour wie die zuletzt gezeigten Planarien und überstanden in den vergangenen Wochen ihre Unterbringung in einem kleinen Quartier am Fensterbrett problemlos.

Das große Gewusel – Artemia spec. Nauplien

Der Start ins neue Jahr mit der letzten Bildserie aus dem alten. Wasser, Salz und ein paar Zysten, mehr braucht es für das große Gewusel nicht.

Der Schlund des Strudelwurmes

Auf der letzten Tümpeltour verirrte sich neben Wasserflöhen (Daphnia spec.) und ein paar Wasserasseln (Asellus aquaticus) vor allem eines in den Kescher: Planarien. Die Größe von gut zwei Zentimetern und die sehr dunkle Farbe ließ mich im ersten Moment an Egel denken. Doch die zumindest auf den zweiten Blick erkennbare dreieckige Kopfform und die typische Fortbewegung verriet die Tiere zweifelsfrei, vermutlich handelt es sich um Vertreter der Gattung “Dugesia” (Dugesia lugubris ?). Wie bei allen Strudelwürmern liegt auch bei dieser Art die Mundöffnung bauchseitig, der Schlund (Pharynx) kann heraus gestülpt werden und dient dem Einfangen und Fressen der Beute.

Kugelspringer

In einem meiner Aquarien hat es sich eine kleine Art der Kugelspringer, sie zählen zu den Springschwänzen (Collembola), zwischen Abdeckscheibe und Wasseroberfläche gemütlich gemacht. Zu finden sind sie sowohl direkt auf der Wasseroberfläche, aber auch auf Pflanzen und Algenbelägen. Die Tiere fallen nur auf, wenn sie bei Störungen ihren “gewaltigen” Sprung vollführen und sind sonst mit freiem Auge fast nicht aus zu machen. Je nachdem wie genau man es mit dem Putzen nimmt, schwankt auch die Populationsdichte.

Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen und versuchen bei der Paarung die Antennen der Weibchen zu ergreifen, was nicht immer auf entsprechende Gegenliebe stößt. Für Interessierte, der Abbildungsmaßstab beträgt durchgehend 5:1.

Rote Mückenlarven und Puppen

Larven und Puppen einiger Zuckmückenarten (Chironomus spec.) sind an ihren natürlichen Lebensraum, teils sehr sauerstoffarme Gewässer und Tümpel, auf besondere Weise angepasst, sie führen Hämoglobin in ihrem Blut. Diese Eigenschaft brachte ihnen als beliebtes Zierfischfutter in lebender, gefrorener oder getrockneter Form den in der Aquaristik bekannten Namen “Rote Mückenlarven” ein.

Für ausführliche Informationen und Mikroskop-Aufnahmen sei an dieser Stelle auf die hervorragende Seite aquarium-kosmos.de von Jürgen Haberstroh verwiesen. Nicht nur zum Thema Mückenlarven ist diese Website immer einen Besuch wert.

Chaoborus spec.Chaoborus spec.Chaoborus spec.

Weiß auf Schwarz

Büschelmückenlarven (Chaoborus spec.), in der Aquaristik bekannt als Weiße Mückenlarven, halten sich meist regungslos parallel unter der Wasseroberfläche auf. Möglich ist das durch die beiden hydrostatischen Organe (Tracheenblasen) im rückwärtigen Teil des Hinterleibes sowie hinter dem Kopf. Sie sind gasgefüllt, oval geformt und können den Larvenkörper in beliebiger Wassertiefe in Schwebe halten. Die Antennen sind zu Greiforganen zum Beutefang umgebildet, kleinsten Wasserlebewesen bilden die Nahrungsgrundlage. Das Büschel am Hinterleibsende dient vermutlich als Ruder. Im Unterschied zur Puppe fehlen der Larve besondere Atemöffnungen, der Sauerstoffaustausch findet über die gesamte Körperoberfläche statt.

(Vgl. Thompson, Gerald u.a. [Aus d. Engl. übers. u. bearb. von Bruno P. Kremer]: Der Teich. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1986. S.186)

Spitzschlammschnecken-Nachwuchs

Der Laich von Spitzschlammschnecken besteht aus bandförmigen Gallertkapseln, deren Oberseite leicht gewölbt ist. Die flache Unterseite wird an Wasserpflanzen, Steinen und ähnlichem angeklebt, wenn die Schnecken in Aquarien gehalten werden, sind die Pakete z.B. auch an den Scheiben zu finden. Die von Schleim umhüllten Eier sind an der Innenwand der mehrschichtigen Kapseln an Fäden aufgehängt, aus ihnen schlüpfen direkt die fertig ausgebildeten kleinen Schnecken.

(Vgl. Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1996. S.256)

Hier zu sehen der kurz vor dem Schlupf stehende Nachwuchs von Lymnaea stagnalis.