In Europa gibt es ungefähr 900 Köcherfliegenarten. Anders als es ihr Name vermuten lässt, zählen sie im zoologischen Sinn nicht zu den Fliegen, sondern stellen eine eigene Insektenordnung dar. Die Larven leben in den verschiedensten Gewässern, wobei manche Arten für ganz bestimmte Gewässertypen charakteristisch sein können. Unten zu sehen ist eine raupenförmige (eruciforme) Larve, die Längsachse des Kopfes bildet im Unterschied zu campodeiden Larven mit der Körperachse einen rechten Winkel. Alle eruciformen Köcherfliegenlarven besitzen den namensgebenden Köcher, dessen Grundlage eine Röhre aus Seidengespinst darstellt und den sie nie freiwillig verlassen. Er schützt den weichen Hinterleib, bei Gefahr können sie sich auch vollständig in ihn zurückziehen. Raupenförmige Köcherfliegenlarven sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Algen, Detritus und frischen und faulen Teilen höherer Pflanzen.
(Vgl. Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1996. S.230 f.)