Der lebendige Köcher – Köcherfliegenlarve (Trichoptera)

Einige Köcherfliegen wie Limnephilus flavicornis fertigen als Larve ihre Köcher bevorzugt aus leeren Schneckenschalen. Diese Aufnahmen zeigen, dass es einzelne Tiere dabei nicht immer so genau nehmen und bei Gelegenheit auch lebende Schnecken “verbauen”.

chironomidaechironomidae

Laich einer Zuckmücke?

Diese von einer Gallerthülle umgebenen Eipakete verirrten sich heute beim Tümpeln in einer Regentonne ins Netz. Wahrscheinlich handelt es sich um Laich von Zuckmücken (Chironomidae), zu denen auch die bekannten “Roten Mückenlarven” zählen. Insgesamt waren die einzelnen Laichballen gut 15mm lang.

AnisopteraAnisoptera

Look me in the eyes – Großlibellenlarve (Anisoptera)

Wer beobachtet hier eigentlich wen? In fischlosen Gewässern stehen ausgewachsene Großlibellenlarven weit oben in der Nahrungskette und manchmal hat man das Gefühl, dass ihnen das auch durchaus bewusst ist.

Trichoptera spec.Trichoptera spec.Trichoptera spec.

Im Köcher – Köcherfliegenlarve (Trichoptera)

In Europa gibt es ungefähr 900 Köcherfliegenarten. Anders als es ihr Name vermuten lässt, zählen sie im zoologischen Sinn nicht zu den Fliegen, sondern stellen eine eigene Insektenordnung dar. Die Larven leben in den verschiedensten Gewässern, wobei manche Arten für ganz bestimmte Gewässertypen charakteristisch sein können. Unten zu sehen ist eine raupenförmige (eruciforme) Larve, die Längsachse des Kopfes bildet im Unterschied zu campodeiden Larven mit der Körperachse einen rechten Winkel. Alle eruciformen Köcherfliegenlarven besitzen den namensgebenden Köcher, dessen Grundlage eine Röhre aus Seidengespinst darstellt und den sie nie freiwillig verlassen. Er schützt den weichen Hinterleib, bei Gefahr können sie sich auch vollständig in ihn zurückziehen. Raupenförmige Köcherfliegenlarven sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Algen, Detritus und frischen und faulen Teilen höherer Pflanzen.

(Vgl. Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1996. S.230 f.)

Rote Mückenlarven und Puppen

Larven und Puppen einiger Zuckmückenarten (Chironomus spec.) sind an ihren natürlichen Lebensraum, teils sehr sauerstoffarme Gewässer und Tümpel, auf besondere Weise angepasst, sie führen Hämoglobin in ihrem Blut. Diese Eigenschaft brachte ihnen als beliebtes Zierfischfutter in lebender, gefrorener oder getrockneter Form den in der Aquaristik bekannten Namen “Rote Mückenlarven” ein.

Für ausführliche Informationen und Mikroskop-Aufnahmen sei an dieser Stelle auf die hervorragende Seite aquarium-kosmos.de von Jürgen Haberstroh verwiesen. Nicht nur zum Thema Mückenlarven ist diese Website immer einen Besuch wert.

Chaoborus spec.Chaoborus spec.Chaoborus spec.

Weiß auf Schwarz

Büschelmückenlarven (Chaoborus spec.), in der Aquaristik bekannt als Weiße Mückenlarven, halten sich meist regungslos parallel unter der Wasseroberfläche auf. Möglich ist das durch die beiden hydrostatischen Organe (Tracheenblasen) im rückwärtigen Teil des Hinterleibes sowie hinter dem Kopf. Sie sind gasgefüllt, oval geformt und können den Larvenkörper in beliebiger Wassertiefe in Schwebe halten. Die Antennen sind zu Greiforganen zum Beutefang umgebildet, kleinsten Wasserlebewesen bilden die Nahrungsgrundlage. Das Büschel am Hinterleibsende dient vermutlich als Ruder. Im Unterschied zur Puppe fehlen der Larve besondere Atemöffnungen, der Sauerstoffaustausch findet über die gesamte Körperoberfläche statt.

(Vgl. Thompson, Gerald u.a. [Aus d. Engl. übers. u. bearb. von Bruno P. Kremer]: Der Teich. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1986. S.186)

Culex – Larve und Puppe

Nach den Eiern der Stechmückengattung “Culex” nun also die dazu gehörigen Larven (in der Aquaristik bekannt als “Schwarze Mückenlarven”) und Puppen:

Culex Ahoi! – Mückenschiffchen

Stechmücken-Weibchen der Gattung “Culex” setzen sich zur Eiablage auf die Wasseroberfläche. Sie vereinigen ihre 200 bis 300 länglichen, einseitig zugespitzten Eier zu floßartigen Gebilden, den Mückenschiffchen. Bis zum Schlupf der Larven schwimmen diese auf der Wasseroberfläche.

(Vgl. Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1996. S.212f.)

Puppen von Gnitzen (Ceratopogonidae)

Ceratopogonidae

“Winzige, 0.5 bis 3mm lange Mücken, die in der Ruhe die Flügel wie die Schneiden einer Schere über dem Rücken zusammenlegen. Die Weibchen sind Blutsauger mit recht schmerzhaftem Stich. Gwöhnlich [sic] greifen sie nur in den kühlen Tagesstunden an, dann aber zu Hunderten oder zu Tausenden. Einige Arten saugen nur an Insekten, an Schmetterlingen, Libellen, Raupen. Einige Arten saugen Warmblüterblut aus vollgesogenen Stechmücken. Familientypisch ist die Zahl der Fühlerglieder – 13-15 – . Die breiten Flügel sind behaart, die Antennen der Männchen gefiedert. Die Larven leben in Gewässern, einige Arten auch im Saft blutender Bäume oder in Holzmulm. Die wasserbewohnenden Larven sind wurmförmig schlank und schwimmen schlängelnd. Sie atmen durch die Haut.”

(Sauer, Frieder: Fliegen und Mücken. Nach Farbfotos erkannt. 2. Auflage. Fauna-Verlag: 1991. S.20)

Die Larven der “Malariamücke” (Anopheles spec.)

Die Anophelesmücken stellen mit ca. 420 Arten eine eigene Gattung in der Familie der Stechmücken (Culicidae) dar. Ihren deutschen Namen “Malariamücke” verdankt sie den etwa 40 Arten, die potentiell dazu fähig sind, Malaria zu übertragen. Das Verbreitungsgebiet dieser Stechmücken zieht sich über alle großen Kontinente und viele Inseln und somit auch über Zentraleuropa.

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Eintagsfliegen und ihre Larven (Ephemeroptera)

Eintagsfliegenlarven sind beim Tümpeln ein sehr häufiger “Beifang”, bei den ca. 80 Arten, die in Mitteleuropa die verschiedensten Gewässer bevölkern, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Im Unterschied zu Libellenlarven, welche Aquarienbewohnern durchaus gefährlich werden können, ernähren sich die meisten Arten wahrscheinlich von Algenbelägen und kleinsten organischen Schlammteilchen, sodass von ihnen im Normalfall keine Gefahr ausgeht.

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