Wolfgang Sommer: Aquarienfotografie (1994)

Nach den 1980ern sind die 1990er-Jahre mit ihrer Literatur zur Aquarienfotografie an der Reihe. Den Anfang macht dieses Werk, veröffentlicht von Wolfgang Sommer 1994 im Urania-Verlag. Um es gleich zu Beginn vorweg zu nehmen: Obwohl es sich zu einem großen Teil mit der damals aktuellen Kameratechnik auseinandersetzt, ist das Buch für den theoretisch interessierten Aquarienfotografen auch heute noch uneingeschränkt empfehlenswert. Also unbedingt zuschlagen wenn es einem antiquarisch in die Hände fällt. Auf 72 Seiten werden die Anforderungen an die Aquarientechnik, Fotobecken, Fotogeräte und fototechnische Grundlagen, Blitzen durch Glas und einiges mehr behandelt. Im Folgenden sollen ein paar der interessantesten Punkte herausgegriffen werden.
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Die Fotoküvette für Kleinstlebewesen

Aquarienfotografie im Haltungs- und Zuchtbecken ist zugleich der Regel- als auch der Idealfall, bei üblichen Aquarienbewohnern wie Fischen und Garnelen gibt es nur selten einen Grund davon abzuweichen. Anders sieht die Sache bei Fischlaich und -larven, aquatilen Insektenlarven und anderen sehr kleinen Motiven aus. Selbst in handelsüblichen Nanoaquarien sind Motive dieser Größe nur äußerst schwer zu fotografieren, Küvetten sind hier wesentlich besser geeignet. Was man unter einer Küvette versteht, weiß Wikipedia:

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Eine kleine Einführung in die digitale Aquarienfotografie

In der Juniausgabe der ata erschien eine kurze Einführung in die Aquarienfotografie. Der vollständige Artikel ist hier als .pdf verfügbar.

Aquarienfotografie von vor knapp 30 Jahren: Teil 2

Nach dem ersten Teil befasst sich dieser Artikel mit der Aquarienfotografie im wörtlichen Sinn. Das Ablichten des gesamten Beckens, gelegentlich auch in der Raumsituation, ging lange Zeit in der “Fischfotografie” beinahe unter. Marcuse und Marcuse widmeten der Thematik aber ein paar Seiten und Bilder, sie schreiben dazu unter anderem:

“Die Kamera wird auf ein Stativ gesetzt. Bildausschnitt und Schärfe werden festgelegt. Im Raum sollte jetzt nur noch die Beckenbeleuchtung eingeschaltet sein. Mit dem eingebauten Belichtungsmesser oder mit einem Handbelichtungsmesser werden Belichtungszeit und Blende ermittelt und dann eingestellt. Da wir fast immer auf längere Belichtungszeiten kommen, sollte man Filter und Durchlüfter im Aquarium abschalten, da sonst Bewegungsunschärfen durch herumwirbelnde Luftblasen auftreten. Soll nur das Aquarium fotografiert werden, können wir mit den Aufnahmen nun beginnen.”

(Marcuse, 1983: Aquarienfotografie. Essen. S.35)

Diese Empfehlungen kann man heute unverändert übernehmen. Das Vorbeugen von Reflexionen durch das Abdunkeln des Raumes und die Verwendung eines Stativs aufgrund der meist langen Verschlusszeiten sind noch immer die wichtigsten Punkte, wenn sie sich auch nicht in jeder Situation umsetzen lassen. Continue Reading →

Aquarienfotografie von vor knapp 30 Jahren: Teil 1

Im Jahr 1983 veröffentlichten Frank und Gerhard Marcuse im Kernen Verlag eines der bis heute wenigen schriftlichen Werke zur Aquarienfotografie. Das 72 Seiten umfassende Buch mit dem passenden Titel “Aquarienfotografie” spart nicht mit Abbildungen und Fotos, sowohl Negativ- als auch Positivbeispiele namhafter Aquarienfotografen wie Arend van den Nieuwenhuizen und Kollegen sind darin zu finden.

'Aquarienfotografie' von Frank und Gerhard Marcuse

Einzelne Aufnahmen kann man auch nach heutigen Maßstäben nur als herausragend bezeichnen. Doch wie gut sind die Tipps und Tricks aus dieser Zeit? Welchen Einfluss hatten die technische Veränderung und nicht zuletzt die Digitalisierung auf die aquarienfotografische Praxis? Diesen und weiteren Fragestellungen möchte ich in den nächsten Artikeln auf den Grund gehen, den Anfang mache ich mit einem meiner persönlichen fotografischen Schwerpunkte, von dem ich überrascht war, ihn überhaupt im Buch zu finden:

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Makro/Reprotisch im Eigenbau

Reprotische werden üblicherweise dazu verwendet, plane Objekte wie Bücher, Dokumente oder Münzen nervenschonend und effektiv ab zu lichten. Ein klassisches Beispiel dafür ist der MS-Repro von Novoflex, am Gebrauchtmarkt sind auch Vorgängermodelle und andere Fabrikate erhältlich. Allen gemein ist der grundsätzliche Aufbau, welcher zumindest aus einer Kamerahalterung und einer Ablagefläche für das Motiv besteht. Passende zusätzliche Dauerlichtquellen werden ebenfalls häufig angeboten, da neben der planen Ausrichtung der Kamera vor allem sehr gleichmäßiges Licht für diese Art der Fotografie essenziell ist. Um bei fest vorgegebenen Maßstäben scharf zu stellen, ist eine Höhenverstellung notwendig. Diese erfolgt entweder über eine Höhenverstellung der kompletten Motivablage, oder, wie es wesentlich häufiger der Fall ist, an der Kamerahalterung in Form eines Einstellschlittens.

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Available Light in der Aquarienfotografie

„Available Light“ (AL) bedeutet in der Fotografie, dass nur das schon vorhandene Licht genutzt, also auf Blitzlicht oder zusätzliches Dauerlicht verzichtet wird. Im Unterschied zu anderen Bereichen der Makrofotografie (Insekten, Blüten, …) ist entfesseltes Blitzlicht in der Aquarienfotografie die übliche Lichtquelle für gute Fotos. Das liegt zum einen daran, dass Aquarien vergleichsweise schwach beleuchtet werden, zum anderen an den Motiven, die sich fast immer mehr oder weniger in Bewegung befinden. Trotzdem kann AL in der Aquarienfotografie notwendig werden. Sei es weil im Schauaquarien Blitzverbot herrscht, weil der natürliche Lichteindruck dokumentiert werden soll, weil es die technischen Voraussetzungen verlangen, oder weil man einfach die Herausforderung sucht.

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Bildkomposition und Gestaltung Teil 2: Bildformat und Bildausschnitt

“Philosophische, lyrische manchmal sogar obskure Kommentare über die Entstehung und die Bedeutung von Fotografien hören und lesen wir ständig – meist von Menschen, die mit Fotografie rein gar nichts zu tun haben.”

(Freeman, 2007: 6)

Nach der “quick and dirty” – Einführung in drei klassische Gestaltungsregeln im 1. Teil behandelt Teil 2 eine einfach messbare Eigenschaft von Bildern, das Bildformat.

Grundlagen zum Format

Das Bildformat bezeichnet die Abmessungen des Bildes. Da das Foto sowohl auf Platten, Film als auch auf digitalen Sensoren rechteckig festgehalten wird, besteht ein direkter Zusammenhang zu einem bestimmten Seitenverhältnis. Vor dem Aufkommen der digitalen Fotografie wiesen die allermeisten Fotografien das klassische 3:2 Kleinbildformat auf. Die Größe von 36x24mm und damit das Format entstand mehr oder weniger durch einen historischen Zufall, es gibt keine ästhetische Gesichtspunkte die dieses Seitenverhältnis gerechtfertigt hätten. Continue Reading →

Bildkomposition und Gestaltung Teil 1: Einsatz der Diagonalen, der Goldene Schnitt und “Rule of Thirds”

“Als erste Regel für die Bildgestaltung gilt, dass es keine Regeln gibt.”

Diesen nicht gerade vor Einfallsreichtum sprühenden Satz liest man schon in der Einleitung von David Präkels “Bildkomposition”. Zur Bildgestaltung kann man ohne große Anstrengung meterweise Literatur und dutzende Websites finden und trotzdem macht es aus meiner Sicht Sinn, ein paar Zeilen dazu zu schreiben. Komposition und Gestaltung in der Aquarienfotografie folgt den selben Regeln wie auch in alle anderen Bereiche der Fotografie. Eingehen möchte ich vor allem auf Mittel, die in aquaristischen Standardsituationen sehr oft zu gebrauchen sind. Außen vor lasse ich hingegen die Diskussion um Sinn und Unsinn, Anerkennung und Ablehnung der Regeln der Bildgestaltung. Erstens gibt es dafür bessere Plätze und zweitens muss man sie kennen, um sie kritisieren bzw. auch ablehnen zu können.

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Blitzlicht in der Aquarienfotografie: Einführung in die Technik

Licht ist der limitierende Faktor in der Aquarienfotografie. Dabei kommen gleich mehrere Umstände zusammen, erstens handelt es sich in den allermeisten Fällen um Makrofotografie, die schon durch die physikalischen Gegebenheiten einen gewissen Lichthunger mitbringt, zweitens fehlt es rein quantitativ an Licht, da die künstliche Aquarienbeleuchtung nur ein müder Abklatsch ihres Vorbildes ist und drittens fehlt es an Qualität, da auch das Farbspektrum der künstlichen Beleuchtung nicht mithalten kann. Wenn man so will sind Aquarienfotografen im Vergleich mehr als nur ein wenig gehandikapt. Das Licht am Ende des Tunnels stellen hier Elektronenblitzgeräte in allen Formen dar.
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Aquarienfotografie mit der Kompakten

So praktisch die kleine digitale Kompakte auch sein mag, bei der Aquarienfotografie kann sie zum echten Stolperstein werden. Folgende Tipps sind dafür gedacht, um den Einstieg ein wenig zu erleichtern.

AQ-Fotografie mit der Vollautomatik macht nur bedingt Spaß und führt oft zu ernüchternden Ergebnissen. Deswegen empfehle ich von Anfang an den manuellen Modus, sofern ihn die Kamera bietet. Dabei sollten natürlich Begriffe wie Verschlusszeit, Blende, ISO-Wert und deren Zusammenhang geläufig sein. Ist das nicht der Fall, wird’s Zeit für ein paar Grundlagen, die man sich leicht im I-net besorgen kann (www.fotolehrgang.de ist zum Beispiel eine sehr umfangreiche und auch weiterführende Seite). Viele Kompaktkameras bieten einen so genannten “Makromodus”, der bewirkt, dass die Naheinstellgrenze herabgesetzt wird. Für die AQ-Fotografie kann dieser durchaus geeignet sein, ein Blick ins Handbuch der Kamera verrät, was das Gerät in diesem Bereich bietet.
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