Aquarienfotografie von vor knapp 30 Jahren: Teil 1
Posted on 3. Dezember 2010
Im Jahr 1983 veröffentlichten Frank und Gerhard Marcuse im Kernen Verlag eines der bis heute wenigen schriftlichen Werke zur Aquarienfotografie. Das 72 Seiten umfassende Buch mit dem passenden Titel “Aquarienfotografie” spart nicht mit Abbildungen und Fotos, sowohl Negativ- als auch Positivbeispiele namhafter Aquarienfotografen wie Arend van den Nieuwenhuizen und Kollegen sind darin zu finden.
Einzelne Aufnahmen kann man auch nach heutigen Maßstäben nur als herausragend bezeichnen. Doch wie gut sind die Tipps und Tricks aus dieser Zeit? Welchen Einfluss hatten die technische Veränderung und nicht zuletzt die Digitalisierung auf die aquarienfotografische Praxis? Diesen und weiteren Fragestellungen möchte ich in den nächsten Artikeln auf den Grund gehen, den Anfang mache ich mit einem meiner persönlichen fotografischen Schwerpunkte, von dem ich überrascht war, ihn überhaupt im Buch zu finden:
“Von der Makro- zur Mikrofotografie”
Wie diese Doppelseite zeigt, stellt die Fotografie bei hohen Abbildungsmaßstäben, der Grenzbereich zwischen Makro- und Mikrofotografie, seit langem einen Teilbereich der AQ-Fotografie dar. Die Autoren beleuchten diese Art der Fotografie vor allem aus der dokumentarischen Sicht und gehen im kurzen Text nur auf zwei Kernthemen ein: Aufbau und Licht. So “genügt für uns eine Reprosäule, an der wir unsere Kamera mit langem Tubus oder Balgengerät befestigen”. Daran hat sich auch heute nichts verändert, ein Reprotisch ist noch immer komfortabel und auch die Kameratechnik bzw. Objektivtechnik blieb im Wesentlichen dieselbe: Um die hohen Maßstäbe zu erreichen, bedient man sich auf die eine oder andere Weise noch immer einer Auszugsverlängerung. Das Licht betreffend empfehlen die Autoren einen Ringblitz zur schattenlosen Ausleuchtung. Steht der dokumentarische Aspekt im Vordergrund, ist diese Empfehlung natürlich nachvollziehbar und vollkommen berechtigt, legt man allerdings auch in diesem Bereich der Fotografie wert auf andere Aspekte wie Bildaufbau und Ästhetik, schadet so mancher Schatten im Bild nicht und auch die Möglichkeit des “Durchlichts”, wie aus der Mikroskopie bekannt, sollte man sich offen halten.


Be the first to leave a comment