Weiß auf Schwarz

16. August 2010, 18:46 - Insekten, Larven und Puppen, Kleinstlebewesen

Büschelmückenlarven (Chaoborus spec.), in der Aquaristik bekannt als Weiße Mückenlarven, halten sich meist regungslos parallel unter der Wasseroberfläche auf. Möglich ist das durch die beiden hydrostatischen Organe (Tracheenblasen) im rückwärtigen Teil des Hinterleibes sowie hinter dem Kopf. Sie sind gasgefüllt, oval geformt und können den Larvenkörper in beliebiger Wassertiefe in Schwebe halten. Die Antennen sind zu Greiforganen zum Beutefang umgebildet, kleinsten Wasserlebewesen bilden die Nahrungsgrundlage. Das Büschel am Hinterleibsende dient vermutlich als Ruder. Im Unterschied zur Puppe fehlen der Larve besondere Atemöffnungen, der Sauerstoffaustausch findet über die gesamte Körperoberfläche statt.

(Vgl. Thompson, Gerald u.a. [Aus d. Engl. übers. u. bearb. von Bruno P. Kremer]: Der Teich. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1986. S.186)


Spitzschlammschnecken-Nachwuchs

12. August 2010, 12:10 - Garnelen und Schnecken, Kleinstlebewesen

Der Laich von Spitzschlammschnecken besteht aus bandförmigen Gallertkapseln, deren Oberseite leicht gewölbt ist. Die flache Unterseite wird an Wasserpflanzen, Steinen und ähnlichem angeklebt, wenn die Schnecken in Aquarien gehalten werden, sind die Pakete z.B. auch an den Scheiben zu finden. Die von Schleim umhüllten Eier sind an der Innenwand der mehrschichtigen Kapseln an Fäden aufgehängt, aus ihnen schlüpfen direkt die fertig ausgebildeten kleinen Schnecken.

(Vgl. Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1996. S.256)

Hier zu sehen der kurz vor dem Schlupf stehende Nachwuchs von Lymnaea stagnalis:


Haus der Natur – Salzburg

18. Juli 2010, 02:45 - Schauaquarien

Das Haus der Natur, direkt an der Salzach gelegen, bietet auf 4 Stockwerken eine Vielzahl an Schauräumen zu den verschiedensten Themen. Eine Saurierhalle gehört genauso dazu wie Bereiche zu Insekten, dem Weltraum, der Eiszeit, Afrika, den Erdwissenschaften und vielem mehr. Doch hier soll es vor allem um einen kleinen Bereich gehen, der im Erdgeschoss zu finden ist, dem Aquarium. Die komplette Anlage umfasst 150.000 Liter, wovon allein 60.000 Liter auf das große Haibecken und 30.000 Liter auf Süßwasseraquarien entfallen. Die Bandbreite an zu beobachtenden Fischen und Wirbellosen ist vielfältig. Gezeigt werden unter anderem Klassiker der Süßwasseraquaristik, wie zum Beispiel ein Gesellschaftsbecken mit Diskusfischen (Symphysodon discus) und Sterbas Panzerwelsen (Corydoras sterbai), ein Becken mit afrikanischen Buntbarschen und natürlich ein Piranhabecken (Pygocentrus nattereri), aber auch die Klassiker der Seewasseraquaristik sind zum Beispiel durch Clownfische (Amphiprion percula) und verschiedenen Muränenarten vertreten. Ein großes Rundlaufbecken, besetzt mit einer Gruppe Bodengucker (Selene vomer), einigen Rochen und kleineren Beifischen zählt sicherlich zu den Highlights der Anlage, aber auch im Detail versteckt sich für den interessierten Besucher so manches Schmankerl. Obwohl die Fische meist im Vordergrund stehen, bieten kleinere Korallenaquarien interessante Einblicke und auch ein kleiner Schwarm langer Schnepfenmesserfische (Aeoliscus strigatus) macht durch die ungewöhnliche Körperform der Tiere und vor allem durch ihr Schwimmverhalten auf sich aufmerksam. Durch seine lang ausgezogene Schnauze sticht auch der gewöhnliche Schnepfenfisch (Macroramphosus scolopax) ins Auge.

Die Aquarien machen einen durchgehend gepflegten Eindruck, wenn auch die Einrichtung mancher Seewasserbecken etwas lieblos wirkt, entschädigen gut bepflanzte Süßwasserbecken und auch die Besatzdichte ist in den vielen Fällen für ein Schauaquarium vorbildlich. Die Schattenseite ist eine wortwörtliche, leider sind die Aquarien zum größten Teil nur unterdurchschnittlich bis sehr schwach beleuchtet, was das Fotografieren in Kombination mit dem Blitzverbot zu einer mehr als anspruchsvollen Herausforderung werden lässt. Die Eintrittspreise fallen dafür moderat aus, überhaupt wenn man genug Zeit mit bringt, um das Gesamtangebot des Hauses zu nutzen. An dieser Stelle sei auch noch ausdrücklich auf den hervorragende Reptilienzoo im 2. Stock verwiesen, der nicht unerwähnt bleiben soll. Für Vivaristik-Fans ist das Haus der Natur damit schon fast eine Pflichtadresse bei einem Salzburgbesuch.

“Haus der Natur” Website: www.hausdernatur.at

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Daphnien in Bewegung

7. Juli 2010, 20:22 - Kleinstlebewesen

Wasserflöhe, zur Abwechslung nicht im “Standbild”:


Culex – Larve und Puppe

4. Juli 2010, 21:55 - Insekten, Larven und Puppen, Kleinstlebewesen

Nach den Eiern der Stechmückengattung “Culex” nun also die dazu gehörigen Larven (in der Aquaristik bekannt als “Schwarze Mückenlarven”) und Puppen:


Culex Ahoi! – Mückenschiffchen

10. Juni 2010, 12:51 - Insekten, Larven und Puppen, Kleinstlebewesen

Stechmücken-Weibchen der Gattung “Culex” setzen sich zur Eiablage auf die Wasseroberfläche. Sie vereinigen ihre 200 bis 300 länglichen, einseitig zugespitzten Eier zu floßartigen Gebilden, den Mückenschiffchen. Bis zum Schlupf der Larven schwimmen diese auf der Wasseroberfläche.

(Vgl. Engelhardt, Wolfgang: Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher? Pflanzen und Tiere unserer Gewässer. 14. Auflage. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 1996. S.212f.)

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Available Light in der Aquarienfotografie

22. Mai 2010, 11:31 - Aquarienfotografie

„Available Light“ (AL) bedeutet in der Fotografie, dass nur das schon vorhandene Licht genutzt, also auf Blitzlicht oder zusätzliches Dauerlicht verzichtet wird. Im Unterschied zu anderen Bereichen der Makrofotografie (Insekten, Blüten, …) ist entfesseltes Blitzlicht in der Aquarienfotografie die übliche Lichtquelle für gute Fotos. Das liegt zum einen daran, dass Aquarien vergleichsweise schwach beleuchtet werden, zum anderen an den Motiven, die sich fast immer mehr oder weniger in Bewegung befinden. Trotzdem kann AL in der Aquarienfotografie notwendig werden. Sei es weil im Schauaquarien Blitzverbot herrscht, weil der natürliche Lichteindruck dokumentiert werden soll, weil es die technischen Voraussetzungen verlangen, oder weil man einfach die Herausforderung sucht.

Das grundsätzliche Problem: Zu wenig Licht für die nötige Verschlusszeit und damit unscharfe Bilder. Die logische Konsequenz sind hohe ISO-Werte und eine große Blende.

Drei Beispiele mit den entsprechenden Werten, alle in Schauaquarien ohne Blitzlicht aufgenommen:

Ein genaues Patentrezept gibt es nicht, da diese Art der Fotografie stark situations- und motivabhängig ist. Grundsätzlich gilt beim ISO-Wert der alte Spruch: So niedrig wie möglich, so hoch wie nötig. Auch seine persönliche Grenze sollte man im Hinterkopf behalten, bei der man mit dem Bildrauschen (gegebenenfalls nach der Nachbearbeitung am PC) noch leben kann. Keineswegs muss dieser Wert nämlich mit dem maximal einstellbaren Wert der eigenen Kamera übereinstimmen. Verschlusszeit und Blende hängen vor allem vom Motiv ab. Während zum Beispiel schnelle Fische kurze Verschlusszeiten erfordern, liegt das Hauptaugenmerk bei Garnelen und kleinen Krabben auf einer ausreichenden Schärfentiefe, also auf der Blende. Damit ergibt sich auch die jeweilige Wahl der Belichtungsautomatik, abhängig vom Motiv bietet sich die Blendenautomatik (je nach Hersteller „Tv“ oder „S“) oder die Zeitautomatik („Av“ oder „A“) an.

Reflexionen

Spiegelungen und Reflexionen sind in der Aquarienfotografie immer ein Problem. Da bei AL-Fotografie aber auch alle Lichtquellen auf die Belichtung Einfluss haben, die beim Einsatz von Blitzlicht dafür viel zu schwach wären, steht man hier vor größeren Herausforderungen. Um Selbstportraits vorzubeugen empfiehlt sich deswegen schwarze Oberbekleidung (kein blaues Hemd, siehe rechts). Auch die oft empfohlene Gummi-Streulichtblende spielt hier ihre Vorteile aus. Durch das direkte Anlegen der Gummiblende an das Aquarienglas kann man Reflexionen ausschließen.

Die Streulichtblende bietet in diesem Fall einen weiteren Vorteil. Der direkte Kontakt mit dem Glas hat eine stabilisierende Wirkung, was teilweise längere Verschlusszeiten ermöglicht ohne zu verwackeln. Es kann sich generell lohnen, die Gelegenheiten zum Ab- und Aufstützen zu nutzen die sich einem bieten. Handgriffe, Vorsprünge vor den Aquarien oder auch eine Wand können als Stativersatz dienen, was bei kleinen Motiven auch das genaue Scharfstellen erleichtert.

Bei allen Nachteilen der AL-Fotografie in der Aquarienfotografie kann sie trotzdem zu sehr reizvollen Ergebnissen führen. Natürliche Hintergrundausleuchtung und die Möglichkeit eines Mitziehers, wie er aus der Motorsport-Fotografie bekannt ist, sind nur zwei Beispiele. Deswegen: Den Blitz gelegentlich in der Tasche lassen, es kann sich auszahlen.


Under the Skin

29. April 2010, 20:31 - Kleinstlebewesen

Ein Blick auf und unter die Hautstruktur eines Wasserflohs:


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